Mein erster Monat in den USA

Hallo,

jetzt bin ich schon einen ganzen Monat in Shallowater, Texas! Ich kann gar nicht glauben, dass ein Zehntel meines Auslandsjahres schon um ist. Ich habe schon sooo viel erlebt und soo viele neue Leute kennengelernt. Ich bin echt froh, dass ich in diese Gastfamilie in diesem Ort gekommen bin, weil die Menschen hier einfach nur super herzlich, freundlich, offen und interessiert sind. In den letzten Wochen war ich oft unter anderem mexikanisch essen, bei Footballspielen meiner Schule und meines Gastbruders und bei Volleyballspielen meiner Schwester. Sport ist hier echt eine große Sache und wenn die Kinder oder Enkelkinder ein Spiel haben kommt die ganze Familie um sie anzufeuern.
Zu den größten Unterschieden zwischen den USA und Deutschland die ich bisher feststellen konnte:
-Entweder kein Make-Up oder RICHGIGES Make-Up. Außerdem ist das Make-Up wichtiger als das Outfit, das heißt dass hier manche Leute mit Leggins und Shirt rumlaufen, dabei aber zehn Schichten Schminke tragen😂 Außerdem glättet, lockt oder färbt sich hier fast jedes Mädchen das Haar
-Dresscode. Was ich nicht anziehen kann: Tops, Hotpants, Leggins mit T-Shirts, die nicht den Hintern bedecken, Jeans mit Löchern, die über den Fingerspitzen bei seitlich hängenden Armen liegen. Das klingt erstmal vielleicht gar nicht so heftig, aber ich musste schon ein wenig meinen Kleidungsstil ändern. Wenn das Wetter richtig warm ist kann man keine Shorts anziehen, sondern nur Röcke, die länger als Fingerspitzen sind. Aber ich habe mich langsam daran gewöhnt:)
-Ich habe hier fast jeden Tag Tennis und das länger als nur eine Stunde. Ich hätte gerne Volleyball ausprobiert, aber dafür muss man hier schon sein Leben lang spielen
-Es gibt Schließfächer in meiner Schule, das heißt, dass ich jeden Morgen meine Schulsachen da rein legen muss und vor jeder Stunde andere Sachen in die Stunde nehme
-Hier hat fast jeder schon voll viele Beziehungen hinter sich und es gibt sehr viel Drama in der Hinsicht
-Jeden Morgen gibt es den Pledge of Allegiance und den Texas Pledge und bei jedem Footballspiel wird die Nationalhymne gesungen
-Kirche ist hier total anders. In den Gottesdiensten gibt es Livemusik und Essen; jeder ist hier in einer Jugendgruppe seiner Kirche und hat einen Lieblingsbibelvers. Außerdem ist man generell sehr gläubig, ich gehe jeden Sonntag in die Kirche. Das bringt aber auch meiner Meinung nach negative Aspekte mit sich. Zum Beispiel sind hier Mitglieder der LGBTQ-Gruppe bei der älteren Generation nicht akzeptiert und es bringt große Hindernisse mit sich, wenn man sich outet.
-Es gibt eine große Schere zwischen Arm und Reich.
-Auf meiner Schule sind viele Leute mit mexikanischem Hintergrund, die überwiegend akzeptiert sind. Manchmal habe ich aber trotzdem das Gefühl, dass sie nicht 100% gleich behandelt werden
-Es stimmt: Hier in Texas sind fast alle Familien Trump-Anhänger und republikanisch
-Mülltrennung gibt es hier nicht. Es tut immer noch weh zu sehen, wie Plastikflaschen nach einmal Nutzen zusammen mit Essensresten und Papier weggeschmissen werden. Außerdem (weil mein Haus hier sehr ländlich und mein Gastvater Farmer ist) verbrennen wir unseren Müll selbst
-Hier in Texas kann man meilenweit in die Landschaft sehen(wenn man nicht gerade in einer Großstadt ist) und die Sonnenauf- und Untergänge sind sooo schön😍
-Die meisten Häuser sind hier eingeschössig
-Alles wird mit dem Auto gemacht, es gibt selbst eine Drive-in Apotheke
-Man bezahlt viel öfter mit Karte als mit Bargeld
-Autos und Essen sind hier, besonders in Texas, seeehr groß
-Schimpfwörter werden hier sehr ernst genommen und es kann große Konsequenzen von sich tragen, auch die meisten Jugendliche hüten sich davor, sie zu benutzen und sind schockiert, wenn sie welche hören

Soo, das war jetzt erstmal alles an Unterschieden, was mir spontan eingefallen ist. Natürlich gibt es noch so viel mehr, aber es wäre zu viel um jedes einzelne Detail aufzuzählen. Ich möchte dazu aber nochmal sagen, dass ich bei dem allen nur über Shallowater und meine Schule sprechen kann. Es kann gut sein, dass es ein paar Kilometer weiter schon ganz anders aussieht.
Vor ein paar Tagen war übrigens Homecoming, also wird mein nächster Post wahrscheinlich darüber sein. Ich weiß aber noch nicht, wann, da ich echt immer was zu tun und kaum Zeit habe.

Bis bald

Luisa

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