Visa-Interview

Hallo,

in diesem Blogeintrag geht es um mein Visa-Interview und auch generell um das Visaverfahren bei einem Auslandsjahr.
Als Austauschschülerin in den USA für ein Jahr braucht man ein J1 Visa. Dieses habe ich, wie meine Organisation es mir gesagt hat, zuerst per Internet auf der Seite des Außenministeriums der USA beantragt. Dort musste ich verschiedene Fragen zu meiner Person und auch ein Bild von mir eingeben, das nicht älter als ein halbes Jahr sein durfte. Das Geschriebene war eigentlich auf Englisch, aber es gab auch die Möglichkeit, sich verschiedene Bereiche auf die gewünschte Sprache übersetzen zu lassen. Außerdem wurden mir Fragen gestellt wie z. B. "Haben Sie vor, sich in den USA zu prostituieren?", "Planen Sie, in den USA einen terroristischen Anschlag zu verüben?" oder auch "Sind Sie Mitglied in einer terroristischen Organisation?". Am Ende ist aus diesem Antrag dann das Formular DS 160 hervorgegangen. Weil ich im Voraus schon von YFU mein DS 2019-Formular per Post geschickt bekommen habe, hatte ich nun alle Unterlagen bereit, um per E-Mail einen Termin für das Visa-Interview zu beantragen. Dieser war am 5.Juli um 10:30 Uhr im Amerikanischen Konsulat in Frankfurt.
Als ich an besagtem Datum am Konsulat ankam, war ich erstmal total erstaunt, wie groß und irgendwie auch amerikanisch das Konsulat aussieht. Die Autos, die auf dem streng bewachten Gelände parken, sind meist Pick-ups mit amerikanischem Kennzeichen und die für die Sicherheit zuständigen Personen sind nicht etwa deutsche, sondern amerikanische Polizisten.
Ich bin dann zunächst zum verhältnismäßig relativ kleinen Eingang gegangen und habe mich in die für meinen Visatyp passende Schlange gestellt. Relativ schnell bin ich dann zu einem Schalter gerufen worden, an dem ich meinen Reisepass und verschiedene Formulare abgeben musste. Dann wurde ich zum Security-Check weitergeleitet, der bei mir jedoch relativ schnell ging, da ich keine Tasche oder ähnliches dabei hatte. Generell sind Handys, Kameras, Sprühdosen wie Deo, undurchsichtige Taschen und jegliche Art von elektronischen Geräten sowie logischerweise Waffen in dem Konsulat verboten. Das heißt aber nicht, dass ihr das nicht mitnehmen könnt. Vor mir war zum Beispiel eine Frau mit ihrem kleinen Baby, das Windeln und Milch gebraucht hat, was sie also in einem Ruckack mitgenommen hat. Dieser wurde dann gut durchsucht, letztendlich musste sie ihn aber nicht abgeben, sondern konnte ihn dann behalten. Die Sprache der Mitarbeiter war teilweise Deutsch und teilweise Englisch, dabei eher mehr Englisch als Deutsch. Da es aber nur eher kurze, eindeutige Anweisungen waren, konnte man bzw ich eigentlich alles gut verstehen. Vom Security-Check bin ich dann weitergeleitet worden zu einem Raum, in dem man auf den erlaubten Eintritt in eine große Halle gewartet hat. Bei mir hat das ein wenig länger gedaurt, weil in der Halle wohl ein kleiner Zwischenfall war, ich bin dann aber relativ schnell mit den anderen in die Halle gekommen. In der Halle standen übrigens zwei US-Army Soldaten in Uniform, für die die es interessiert🙃. Man wurde nun wieder von einer Schlange zum Schalter zur nächsten Schlange geleitet. Ich musste dann schon den Umschlag abgeben, in dem mir später mein Visum zugestellt wird und mir wurden von allen zehn Fingern Fingerabdrücke genommen. Das tatsächliche Visa-Interview bestand zuletzt daraus, dass ein Mann im Schalter mich gefragt haben, wieso ich in die USA möchte und ob ich dort auf eine Highschool gehen werde, übrigens auf Englisch. Zu meinem Erstaunen konnte ich nach meiner Antwort schon direkt das Konsulat verlassen und mir wurde mirgeteilt, dass mir mein Visum in Kürze zugestellt wird. Zu guter Letzt muss ich sagen, dass die Mitarbeiter in dem Konsulat in Frankfurt super nett waren und ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt habe. Dort waren sehr viele andere Austauschschüler, die ihr Visum für ihr Auslandsjahr beantragt haben, u.a. auch ein Mädchen von meiner VBT😊, sodass die Mitarbeiter auch sehr erfahren im Umgang mit Jugendlichen wirkten. Insgesamt hat der Termin im Konsulat nicht länder als eine Dreiviertelstunde gedaurt.

Sooo, das war es auch schon dazu! Ich hoffe echt, dass das jetzt nicht zu lang war, aber ich habe schon von vielen gehört, die sich über das Visum viele Gedanken gemacht haben, weswegen ich in diesem Eintrag einfach mal ein bisschen mehr in die Tiefe gehen wollte. Für alle Interessierten: Ich habe immernoch keine Gastfamilie, meine Schwester fliegt in zwei Wochen und das alles macht mich im Moment ein bisschen wütend. Ich kann es total verstehen, dass YFU das Beste gibt, aber natürlich ist es nicht schön, wahrscheinlich erst eine Woche vor Abflug zu erfahren, wohin es überhaupt geht. Ich habe ein bisschen Angst, dass ich, weil ich die Gastgeschenke erst besorgen möchte, wenn ich eine Gastfamilie habe, keine Zeit mehr dafür finde und außerdem ist es auch echt blöd, nicht zu wissen, wann man sich jetzt von wem verabschieden sollte. Diese Gefühle überwiegen im Moment Aufregung und Vorfreude, da die Ungewissheit das irgendwie blockiert und ich mich da noch gar nicht so drauf einlassen kann weil ich nunmal einfach gar nicht weiß, was mich in den USA erwarten wird. Ich weiß momentan also nur, dass ich irgendwann irgendwo in die USA fliegen werde zu irgendeiner Familie. Na toll.
Ich schreibe sofort, wenn ich endlich etwas Neues erfahren werde.

Bis bald

Luisa

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